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Neuland 04/2008 - Niederrhein

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Dorothee Elias, 47, Steinmetzmeisterin aus Mönchengladbach

Als sich Dorothee Elias vor gut 25 Jahren um eine Steinmetz-Lehrstelle bewarb, hagelte es 250 Absagen. Schließlich fand sie einen Ausbildungsplatz in ihrer Heimatstadt Bochum. Da hieß es: Du willst einen Männerberuf lernen? Dann arbeite auch wie ein Mann ­ "und sie warfen mir einen Zementsack zu", sagt Elias. 1996 ging sie, den Meisterbrief in der Tasche, zur Sperber Naturstein GmbH nach Mönchengladbach. Heute leitet sie die Firma. Weil Elias sich "schon immer gerne die Schnute verbrannt", sprich: ihre Meinung gesagt hat, wählte sie die Steinmetz- und Steinbildhauer-Innung Krefeld 2007 zur Obermeisterin ­ als erste Frau überhaupt. Inzwischen ist sie Stellvertretende Landesinnungsmeisterin.

Die rund 100 Betriebe in Elias Bereich machen die Hälfte ihres Umsatzes mit Grabmalen. Sie leiden unter dem Wandel der Grabkultur. "Wegen der zunehmenden Urnenbestattungen werden Grabstätten und Steine kleiner. Und viele lassen die Asche anonym verstreuen."

Für Niederrheiner sei die Auswahl eines Grabsteins zudem eine heikle Angelegenheit: "Im Ruhrgebiet kamen die Leute rein, suchten was aus und bedankten sich nett. Hier sind die Leute still, zeigen nicht gern Gefühle und tun sich mit der Entscheidung viel schwerer."