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Neuland 03/2008 - Niederbayern

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Michael Adam, 23, SPD-Bürgermeister in Bodenmais

Dem klassischen Bürgermeister-Profil entspricht er nicht. Schon gar nicht dem niederbayerischen. Michael Adam ist 23 Jahre jung, politisch ein Sozi, konfessionell Protestant und bei der Liebe Männern zugeneigt. Und doch fegte der Politik- und Volkswirtschaftsstudent in diesem Frühjahr seinen CSU-Vorgänger nach 18 Jahren mit 56 Prozent der Stimmen aus dem Amt. Damit regiert nach mehr als 50 Jahren im 3300-Seelen-Dorf Bodenmais wieder die SPD. Und nicht nur dort: Bei den diesjährigen Kommunalwahlen hat die CSU im gesamten Freistaat herbe Verluste hinnehmen müssen. Michael Adam ist eine Art Symbol für den Wandel.

"Die Menschen hier sind nicht so intolerant, wie man glaubt", sagt er. "Sie sind in der Realität angekommen, das zeigt sich in einer gewissen Offenheit." Aus seinem Schwulsein etwa habe er nie einen Hehl machen müssen. "Mit 18 habe ich mich meiner Familie geoutet, danach wusste es im Ort jeder." Jetzt konzentriert er sich auf Sachthemen. Adam will den Tourismus ankurbeln, den Haushalt konsolidieren und Städtepartnerschaften schließen. Nur eines will er definitiv nicht: "der Wowereit vom Bayerischen Wald werden".