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Neuland 03/2008 - Niederbayern
Hans-Jürgen Buchner, 63, Gründer und Kopf der Band Haindling
Wer ihn treffen will, muss bis nach dem Mittagessen warten. Vorher steht der Sänger der Band "Haindling" selten auf. Für einen rechtschaffenen Niederbayern eigentlich unvorstellbar. Und doch ist Hans-Jürgen Buchner ein Botschafter der Region. "I mog di", "Du Depp", "Vergelt's Gott" heißen seine Titel, die er mit volkstümlichen Klängen untermalt. Sogar eine Hymne komponierte er für seine Heimat.
Dort lebt der Avantgardist, Eremit und Exzentriker "nicht besonders integriert", im Wall-fahrtsort Haindling neben der Kirche, von deren Zwiebelturm es jede Viertelstunde läutet. Im mehr als 300 Jahre alten Wirtshaus hat er sich ein Refugium geschaffen: Hand-getöpferte Keramik steht zwischen orientalischen Säulen und japanischen Steingefäßen, zum Garten geht es durch ein schmiedeeisernes Tor, das von alten Laubbäumen gesäumt ist. Dieselbe Symbiose aus Exotik und Heimatverbundenheit zieht sich auch durch Buch-ners Musik, in die er afrikanische und tibetische Töne mischt. "Meine Mixtur ist einzigartig", sagt der 63-Jährige. "Wer sie zwei Sekunden hört, weiß, es ist Haindling." Obwohl er das "Mia san mia"-Bayerntum karikiert, lieben sie ihn hier. Oder gerade deshalb?
